Hanoi
Hanoi ist echt krass, so viele Menschen, Motobike- und Cyclo-Fahrer (Fahrradtaxi). Ueberall versuchen sie einem etwas anzudrehen, was mit der Zeit ziemlich nervig ist.. Aber Hanoi hat mir trotzdem sehr gut gefallen, die vielen kleinen Haueser mit verschnoerkelten Balkonen, der See mitten in der Stadt, die franzoesischen Baguettes zum Fruehstueck (Indochina-Einfluss) und die Menschen die den ganzen Tag am Strassenrand zu sitzen scheinen.
Am ersten Tag sind wir viel spaziert und waren am Abend im Wasserpuppentheater. Das ist so was wie Kasperle, aber auf vietnamesisch. Die Puppen und die Puppenspieler befinden sich im Wasser und obwohl ich nichts verstanden habe, fand ich es unheimlich witzig und suess.
Am zweiten Tag haben wir uns Ho Chi Minhs mumifizierte Leiche angesehen. Vor dem Mausoleum war eine ewig lange Schlange und wir dachten schon, dass wir nie mehr dran kommen, aber es ging erstaunlich schnell. Ueberall standen die jungen Wachen in ihren weissen Uniformen. In einem viereckigen Raum lag der orange beleuchtete Leichnam, war von 4 Wachen umgeben und man konnte ihn von 3 Seiten betrachten. Aus Respekt musste man im ganzen Gebauede mucksmaueschenstill sein. Interessant, aber irgendwie erschreckend eine 40 Jahre alte Leiche zu sehen… Wir sind dann auch noch in den Regierungspalast, aber das war so ueberlaufen, dass es keinen Spass machte. Also weiter zum Literaturtempel mit dem Motobike-Taxi. Sie sind zum Glueck vorsichtig mit uns gefahren, weil hier fahren alle ohne Ruecksicht einfach drauflos, ob die Ampel nun gruen oder rot ist. Sie sagen zwar andauernd, dass die Polizei Strafen verhaengt, aber an Regeln haelt sich trotzdem niemand. Die Motobike-Fahrer wurden am Ziel ziemlich nervig, sie wollten unbedingt, dass wir sie buchen, als wir das abgelehnt haben, wurde einer richtig pissig. Naja. Der Tempel war sehr schoen und wir sind anschliessend mit einem anderen Fahrer zu 3. (!!!) auf einem Bike zurueck ins Hotel. Der Fahrer konnte sogar ziemlich gut deutsch und hat uns uebers Leben aufgeklaert. Hanoi saugt einen irgendwie aus, wenn man an die Strassenverhaeltnisse, den Laerm und das Chaos nicht gewoehnt ist und man sich den ganzen Tag konzentrieren muss um nicht ueber den Haufen gefahren zu werden, ist man am Abend echt ausgelaugt.
Halong Bay
Am naechsten Tag gings ab aufs Boot, Halong Bay. Wir hatten das etwas Teuerere gewaehlt (79 USD), da es auf den Fotos viel schoener ausgesehen hat. Und die Fotos haben wirklich nicht gelogen. Es war ein ziemlich neues Boot im vietnamesischen Stil, mit tollen, bequemen Sonnenliegen auf dem Sonnendeck. Super. Das Essen war lecker (mir war wieder Mal schlecht, d.h. ich hab nicht viel davon gegessen), die Crew war nett und wir waren eine super Gruppe. Nadine und ich haben uns gleich mit 3 hollaendischen Jungs zusammen geschlossen und hatten viel Spass mit ihnen. Nach dem wir eine Tropfsteinhoehle angesehen haben, konnten wir kajaken. Das war echt toll. Die Bucht ist wirklich wunderschoen, die Felsen verschwinden immer mehr im leichten Nebel. Beim Kajakplatz leben die Leute in einer Art Hausbooten und ueberall sind Verkaeuferinnen in Booten und bieten Pringles, Oreos und Softdrinks an, man hoert immer nur: ‘Buy something??’ Spaeter hatten wir dann Badespass mit den Jungs, wir konnten vom Bootdach ins Wasser springen. Das haben wir dann immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen und Formationen gemacht. Super. Und sogar wenn man im Wasser ist rudern die Frauen her und rufen: ‘Buy something???’ Am Abend war dann Karaoketime. Das gehoert in Asien doch dazu, oder? Zuerst haben sich alle etwas geniert, aber nach ein paar Songs waren alle dabei und es war nur noch lustig. Ich glaube wir haben das halbe Buch durchgesungen. Eine letzte Zigarette auf dem Sonnendeck und dann kam von Nadine die Idee an Deck zu schlafen. Wir haben uns ein feines Bett gemacht und denn Sternenhimmel genossen, die Jungs haben das mitbekommen und schon lagen 2 von ihnen neben uns. Es war so angenehm, endlich mal kuehle Luft beim schlafen. Und am Morgen aufzuwachen und in die Bucht zu blicken war einfach toll. Dann gleich wieder Badespass zum Aufwachen. Nach dem Fruehstueck haben wir noch in der Sonne gebraten und dann war der Spass leider vorbei, wir mussten von Board und wieder zurueck nach Hanoi (3h Fahrt). Wir hatten wirklich tolle 1.5 Tage auf dem Boot.
Hue
Von Hanoi sind wir am gleichen Tag noch weiter nach Hue, 14h mit dem Nachtzug. Der war leider nicht so toll wie der in Thailand, aber da wir das Abteil fuer uns alleine hatten, hat das schon gepasst. Der Zug ist hier wirklich teuer! Aber wir kamen entspannt und ausgeschlafen in Hue an, konnten den Tag direkt nutzen und daher war auch das OK. Wir hatten ein nettes familiaeres Guesthouse, haben gemuetlich gefruehstueckt, der Oma unsere Waesche gegeben und sind los in die Stadt. Dort wollten wir zur Zitadelle. Wir sind ewig, ewig in bruetender Hitze gelatscht und haben den Eingang einfach nicht gefunden… Ueberall wieder Cyclo-Fahrer, aber die waren alle so aufdringlich, das wir keinen von ihnen buchen wollten. Wir liefen und liefen, dann schon wieder ein Cyclo-Fahrer, den haben wir nach dem Weg gefragt, er hat ihn uns freundlich erklaert und uns ein gutes Angebot gemacht. Zuerst fuhr er uns mal zum Eingang, da er auf dem Weg dahin so nett war, haben wir beschlossen ihn fuer eine Tour zu buchen. Wir sind also mit ihm ueber 2 Stunden durch die Zitadelle geduest, er ist an vielen Plaetzen mit uns stehen geblieben, hat uns viele Dinge erklaert, uns ein paar Woerter vietnamesich beigebracht und hat alle unsere Fragen beantwortet. Super.. Er war sei Geld echt wert. Nach dem Abendessen wollten wir noch zum Markt , bloede Idee. Erstens hatte der Markt schon zu und zweitens war es auf der anderen Flussseite unglaublich stressig. Die absolute Reizueberflutung, so viele Menschen, Gerueche, Gerauesche, Lichter. Wahnsinn. Also schnell wieder zurueck auf die andere Seite. Hue ist eine schoene kleine Stadt, vorallem sind sie schon dabei die ganze Stadt mit Lotusblueten fuer das anstehende Festival zu dekorieren. Toll.
Hoi An
Am naechsten Morgen ging es weiter nach Hoi An. 4h mit dem Bus. Wir hatten sogar einen Platz zum Liegen, sehr fein. Angekommen haben wir das erste Hotel mit Pool gewaehlt und wurden nicht enttauescht, 3* fuer 3.80 Euro pro Person. Am ersten Nachmittag sind wir nur am Pool gelegen, meistens alleine, echt chillig. Am Abend haben wir uns natuerlich gleich in die erste Schneiderei ‘verirrt’ und Kleider und Tshirts in Auftrag gegeben. Hoi An ist beruehmt fuer seine massgeschneiderten Kleider und Schuhe. Es reihen sich Tailor, Schuhlaeden, ‘Kunstgallerien’ und Softdrinksstaende aneinander. Was anderes gibt es eigentlich nicht.
Am naechsten Tag sind wir mit dem Rad (kann man fuer 50 Cent am Tag leihen) zum 5km entfernten Strand im Norden (den mir der Buchhaendler empfohlen hat). Die Strassen in der Stadt sind ziemlich schlecht, ueberall sind riesige Loecher, ein echter Hindernissparcours, aber man darf sich durch die Motobikefahrer und Spaziergaenger nicht beirren lassen, einfach weiterfahren, die anderen weichen schon aus. Unser Weg fuehrte uns aus der Stadt und vorbei an Reisfeldern, die gerade neu bestellt wurden. Schon waren wir am Strand. Weisser Sand, tuerkises Wasser. Toll. Es gibt nur wenige Strandbars und kaum Verkauefer. Also super zum Sonnenbaden. Am Abend haben wir noch ein bisschen die Stadt erkundigt, haben Schuhe in Auftrag gegeben, waren Essen und sind dann unsere Kleider probieren gegangen. Laessig, echt. Auch diese Stadt gefaellt uns wieder super. Vorallem weil der Strand so nah ist.
Heute haben wir eigentlich dasselbe gemacht, leckeres Fruehstuck, mit dem Bike zum Strand, Abendessen, Schuhe und Kleider holen bzw. anprobieren.
Wir nehmens gemuetlich hier und werden wahrscheinlich noch 2 Tage bleiben…